Auf dem Donauradweg von Amstetten zur Kunst in Linz
Von Thomas Kargl
Gutes Wetter, zwei Fahrräder, zwei KlimaTicket Ö, die passende Radreservierung und 65 gemütliche Kilometer durch eine klischeehaft schöne Landschaft: Das sind die perfekten Voraussetzungen für eine Tagestour von Amstetten nach Linz mit einem Abstecher ins Lentos Museum.
Länge: 65 km
Höhenmeter: 200 – 400
Fahrdauer: 3-5 Stunden
Strecke: Amstetten – Wallsee – Donauradweg – Linz
Einkehrmöglichkeiten: Radstation Mitterkirchen, Camping Au an der Donau
Geeignet für: alle Arten von Rädern
So viele Möglichkeiten und so wenig Zeit
Wer das KlimaTicket Ö besitzt, dem fehlt es vermutlich nicht an Ideen, sondern an der Zeit, diese umzusetzen. In die Berge nach Tirol, zum Neusiedler See, in den Nationalpark oder auf der anderen Seite Österreichs in den Bodensee springen – alles Optionen, die auf meiner To-do-Liste stehen. Doch heute möchte ich einen langgehegten Plan umsetzen: den Donauradweg entlang fahren – mit An- und Abreise an einem Tag. Das geht perfekt mit dem KlimaTicket Ö. Kommt mit!
Einsteigen und los geht’s
Wir sind zu zweit unterwegs und reisen aus Kirchberg in Tirol und von Seekirchen am Wallersee an. Im Bundesland Salzburg erwartet uns schon der erste KlimaTicket-Vorteil: Hier ist die Fahrradmitnahme mit dem KlimaTicket Ö in den Regionalzügen kostenlos. Das – und die wunderschöne Strecke direkt am Wallersee vorbei – versüßt mir den Morgen und macht das frühe Aufstehen wett. In Neumarkt am Wallersee steige ich in den Railjet um. Wichtig ist zu wissen: In allen überregionalen Zügen, wie dem Railjet und der Westbahn wird eine Fahrradreservierung benötigt. Das macht bei der begrenzten Anzahl an Stellplätzen auch Sinn. Die Reservierung und das Fahrradticket können unkompliziert über die ÖBB-Ticket-App und über die Website der Westbahn gebucht werden. Die Preise variieren je nach Art des Zuges und bzw. der Distanz der Anreise.
Ab hier geht es für uns gemeinsam weiter: klimatisiert und mit bester Aussicht. Den Blick Richtung Süden gewandt, sieht man die Ausläufer der Salzkammergut-Berge. Danach wird die Umgebung flacher und erinnert an die Zeilen der Bundeshymne: Land der Dome, Äcker und Land am Strome. Genau zu diesem Strom führt uns die Reise – zur Donau. So freundlich und interessiert, wie der Schaffner beim Kontrollieren des KlimaTickets gefragt hat, wohin die Reise geht, vermute ich, wäre er ebenfalls gerne mitgefahren.
Der Ort Amstetten entlang der Weststrecke eignet sich perfekt als Startpunkt für einen Tagesausflug nach Linz. Dank der schnellen Zugverbindungen ist die Tour auch locker von Salzburg, Tirol oder Wien an einem Tag machbar.
Der Donauradweg, aber gegen den Strom
Der Donauradweg wird klassischerweise in zwei Abschnitte unterteilt: von Donaueschingen bis Passau – auch als deutscher Donauradweg bekannt – und von Passau bis Bratislava, dem sogenannten österreichischen Donauradweg. Wie bei vielen Wegen entlang des Flussverlaufs geht es auch hier meist sanft bergab. Wir sind flussaufwärts unterwegs, und trotzdem ist die Steigung mild und kaum merkbar. Natürlich bietet sich der gesamte Verlauf von Passau bis nach Wien als Radreise mit dem KlimaTicket an. Dazu sollte man jedoch deutlich mehr Zeit einplanen. Der Donauradweg zählt zu den beliebtesten Fernradwegen Europas – entsprechend gut ausgebaut sind die Strecke und die durchgängige Beschilderung.
Der Weg zur Donau
Dort angekommen, lohnt sich ein kurzer Abstecher durch die Fußgängerzone – sei es für den ersten Kaffee, eine kleine Jause oder einfach zum gemütlichen Flanieren.
Der Einstieg in die Tour Richtung Donau lässt sich ganz nach den individuellen Ansprüchen gestalten. Für uns war schnell klar: keine Landstraße, lieber Nebenwege – gerne auch holprig über Schotterpisten, damit wir mit unseren Gravelbikes auf unsere Kosten kommen. Überraschenderweise warteten in Niederösterreich einige knackige Anstiege auf uns, die selbst für uns als inneralpine Bergbewohner nicht ganz ohne waren. Wer mit dem Rennrad oder einem straßenorientierten E-Bike unterwegs ist, dem würde ich eher zu einer klassischeren Route auf Asphalt raten.
Unser erstes Ziel lautet Wallsee. Dort kommen wir das erste Mal an die Donau – und überqueren sie kurz darauf auch. Allerdings sollte man sich nicht täuschen lassen: Die erste Brücke führt lediglich über einen Seitenarm. Die eigentliche Donau überquert man wenig später, und zwar über ein Kraftwerk, das nur einspurig befahrbar ist. Eine Ampel mit bis zu zehn Minuten Wartezeit regelt den Verkehr. Dank schattenspendender Bäume und dem beeindruckenden Anblick herabstürzender Wassermassen vergeht die Zeit jedoch erstaunlich schnell. Beim Überqueren wird mir das erste Mal klar, welchem mächtigen Strom wir heute ein paar Kilometer lang folgen dürfen.
Schon vor dem Ort Wallsee fällt auf, wie die Zahl an Radfahrer:innen mit voll bepackten Fahrradtaschen zunimmt – ein sicheres Zeichen dafür, dass wir uns auf dem Donauradweg befinden. Nach den ersten hügeligen Kilometern wird es spürbar flacher. Was wir bisher gesehen haben? Es wirkt fast schon wie aus einem kitschigen Bilderbuch: sanfte Hügel, weite Weizenfelder, Bauernhöfe mit unterschiedlichen Tierarten und zwischendrin die ein oder andere Allee, der man verträumt folgen möchte.
Ab der Donau wird es schlagartig flach, und sich zu verirren ist für eine geraume Zeit nahezu ausgeschlossen. Die Strecke verläuft bis Mauthausen stetig entlang der Donau. An besonders heißen Tagen ist hier jedoch Vorsicht geboten, denn Bäume – und somit auch Schatten – sind auf diesem Abschnitt Mangelware, und auch Trinkwasserstellen sind selten. Also gilt es, jede Gelegenheit zu nutzen, um die Flaschen aufzufüllen. Glücklicherweise finden sich immer wieder kleine Einkehrmöglichkeiten und Rastplätze entlang der Strecke. Und bei besonders hohen Temperaturen gibt es sogar Abkühlmöglichkeiten: Direkt am Radweg liegen zwei Freibäder. Wir haben der Versuchung widerstanden – schließlich wartet in Linz noch ein dichtes Programm auf uns.
Willkommen in Linz
Schon von weitem macht Linz seinem Beinamen „Stahlstadt“ alle Ehre: mächtige Industrieanlagen heißen uns in Linz willkommen. Linz ist anders – so lautete ganz lange der Werbespruch der Stadt. Aktuell lautet der Slogan: Take a Risk, Visit Linz. Und tatsächlich: Linz überrascht immer wieder, indem sich die Stadt neu erfindet. Neben dem industriellen und landschaftlichen Erbe hat sich längst ein beeindruckendes Kulturangebot etabliert, wie man mit dem Ars Electronica und dem Lentos gleich an der Donau merkt.
Für alle, die Linz erkunden möchten, empfehle ich die Linz Card – mit dem KlimaTicket gibt es sie sogar zum ermäßigten Preis. Sie eröffnet den Zugang zu den zentralen Museen der Stadt und zahlreichen Aktivitäten. Ein besonderes Highlight: 10,00 € Ermäßigung auf die beliebte Hafentour mit der MS Linzerin. Die Linz Card gibt es online oder in der Tourist Information am Hauptplatz.
Allen Linz-Neulingen würde ich einen Abstecher in die Tourist Information am Hauptplatz empfehlen: Die Beratung ist super nett und die Auswahl an Möglichkeiten überwältigend. Mit der vergünstigten Linz Card in der Hand entscheiden wir uns an diesem Tag für das Lentos Kunstmuseum. Direkt an der Donau gelegen beeindruckt es außen durch seine moderne Architektur, die sich im Inneren gelungen fortsetzt. Ein zusätzliches Plus an heißen Sommertagen sind die angenehmen Temperaturen.
Zu sehen gibt es eine hauseigene Kunstsammlung, die einen Bogen von der Kunst des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart spannt. Werke von Gustav Klimt, Oskar Kokoschka und Egon Schiele habe ich davor auch noch nie in Radlerhosen betrachtet. Auf die Frage, ob das in Ordnung sei, reagierten die Damen beim Eintritt sehr entspannt. Also kein Problem – hier ist jede*r willkommen.
Wenn wir mehr Zeit gehabt hätten, hätten wir unbedingt noch weitere Angebote der Linz Card genutzt. Ganz oben auf unserer Liste stand das Ars Electronica Center mit seinen interaktiven Ausstellungen rund um Zukunftstechnologien und Medienkunst. Auch das OK Linz, das Museum für zeitgenössische Kunst mit Schwerpunkt auf gesellschaftliche Themen, möchten wir beim nächsten Besuch unbedingt entdecken.
Ausklingen lassen wir den Tag mit einem großen Eis am Hauptplatz in Linz. Die Räder links und rechts von uns spazieren wir der bekannten Innenstadtstraße, der Landstraße, entlang. Mit vielen Eindrücken in der Kamera und im Kopf, schweren Beinen und rund 65 Kilometern auf den Waden geht es für uns zum Linzer Hauptbahnhof und ab nach Hause.
Der Railjet Express bringt uns sanft und mit nur einem Zwischenstopp bis nach Wörgl. Einmal umsteigen und schon sind wir zurück in Kirchberg in Tirol. Das war ein Tag mit über 700 entspannten Zugkilometern mit unserem KlimaTicket Ö und einem sehr abwechslungsreichen Programm. Ich bin gespannt, welcher Punkt meiner KlimaTicket-To-Do Liste als Nächstes drankommt.